Lohnt sich ein Speicher fürs Balkonkraftwerk?
Speicher für Balkonkraftwerke werden stark beworben: Den Solarstrom vom Tag abends nutzen klingt logisch. Aber rechnet sich das auch? Die ehrliche Antwort: Das Balkonkraftwerk selbst rechnet sich fast immer – der Speicher oft erst nach sehr vielen Jahren.
Warum der Speicher so viel weniger bringt
Ein Speicher erzeugt keinen zusätzlichen Strom. Er verschiebt nur den Teil, den du tagsüber nicht selbst verbrauchst, in den Abend. Und dieser Überschuss ist bei einem Balkonkraftwerk klein:
- Viele Haushalte verbrauchen schon tagsüber über die Grundlast (Kühlschrank, Router, Standby) einen großen Teil des Solarstroms selbst.
- Im Winter reicht der Ertrag oft gar nicht, um den Speicher zu füllen.
- Beim Laden und Entladen gehen etwa 10 % verloren.
Beispielrechnung
Ein Balkonkraftwerk mit zwei Modulen (ca. 860 Wp), senkrecht am Geländer in Südausrichtung, in Ostösterreich:
| Ohne Speicher | Mit 2-kWh-Speicher | |
|---|---|---|
| Stromertrag pro Jahr | ca. 650 kWh | ca. 650 kWh |
| Davon selbst genutzt | ca. 390 kWh | ca. 620 kWh |
| Ersparnis pro Jahr (28 ct/kWh) | ca. 110 € | ca. 175 € |
| Anschaffung | ca. 450 € | ca. 1.250 € |
| Bezahlt nach | ca. 4 Jahren | ca. 7 Jahren |
Auf den ersten Blick sieht „mit Speicher“ gar nicht schlecht aus. Rechnet man den Speicher aber getrennt, wird es deutlich: Er kostet rund 800 € zusätzlich und spart etwa 65 € pro Jahr. Er braucht also über 12 Jahre, bis er sich bezahlt hat – ungefähr so lange, wie viele Akkus halten.
Wann sich ein Speicher eher lohnt
- Du bist tagsüber selten zu Hause und verbrauchst den meisten Strom abends.
- Du hast drei oder vier Module, also deutlich mehr Ertrag als deine Grundlast.
- Dein Strompreis ist hoch, zum Beispiel über 35 Cent pro kWh.
- Du findest den Speicher deutlich unter 400 € pro kWh Speicherkapazität.
Wann eher nicht
- Du bist viel zu Hause, etwa im Homeoffice – dann nutzt du den Solarstrom ohnehin direkt.
- Deine Module hängen senkrecht oder im Schatten – dann bleibt kaum Überschuss für den Speicher.
Die Beispielwerte sind gerundete Schätzungen mit typischen Annahmen (ca. 220 Speicherzyklen pro Jahr, 90 % nutzbare Kapazität, 90 % Wirkungsgrad). Dein Ergebnis kann abweichen.